Freizeit & Tourismus

06.06.2010 Welterbetag Limes am 06.06.2010 am Limeswachturm in Mönchsroth

 

Welterbetag 1

Welterbetag 2

Festgemeinde am Limesturm von Mönchsroth

v.l. Pfarrer Hans Sing, Pfarrerehepaar Anette und Gunther Reese

Der rund 10km lange Abschnitt des Limes von Mönchsroth bis zum Kastell Ruffenhofen stand beim "Welterbetag" im Mittelpunkt. Im ökumenischen Auftaktgottesdienst am rekonstruierten Wachturm 13/2 in der Mönchsrother Flur sprachen Pfarrer Hans Sing und das Mönchsrother Pfarrerehepaar Reese von einem "Miteinander im Geiste Gottes". Nach dem Gottesdienst, den der Mönchsrother Posaunenchor musikalisch umrahmte, dankte Bürgermeister Fritz Franke den vielen Helfern der ortsansässigen Vereine unter der Regie der Feuerwehr, für die Organisation des Welterbefestes und enthüllte die neue Informationstafel am Limesturm von Mönchsroth.

Welterbetag 3

Welterbetag 4

Bürgermeister Fritz Franke bei der Enthüllung der neuen Infotafel am Limeswachturm 13/2

Blick vom Limesturm auf die Dorfkirche

.

Im Anschluss konnten interessierte Besucher an einer geführten Wanderung entlang des Limes nach Wilburgstetten teilnehmen. Im weiteren Verlauf wurden in Wilburgstetten, Weiltingen und Ruffenhofen noch zahlreiche Veranstaltungen rund um den Limes angeboten.

 

 Fotogalerie Welterbetag

 

Schaukastendaten sind nicht konfiguriert

 
Römischer Limes bei Mönchsroth
 
Etwa um 90 n. Chr. wurde unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.) die Provinz Rätien über die Donau hinaus bis zur Linie Hesselberg-Gunzenhausen-Weißenburg erweitert. Zumindest seit Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) ist die Nordgrenze der Provinz befestigt. Die damals errichteten Wachttürme aus Holz bildeten eher eine lose Postenlinie als ein festes Grenzbollwerk. Vor den Türmern erbaute man zur Zeit Kaiser Hadrians (117-138 n. Chr.) eine Mauer aus starken Holzstämmen, die sog. Palisade. Die hölzernen  achtürme wurden etwa um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. durch Steintürme abgelöst, einige Zeit danach – spätestens unter Caracalla (211-217 n. Chr.), vermutlich aber schon vor dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. – erfolgte der Bau der Steinmauer als Ersatz für die Palisade. Diese 3-4m hohe Mauer, die die Wachtposten miteinander verband, fiel in den Alamannenstürmen ab 233 n. Chr., die der römischen Herrschaft und Zivilisation hierzulande ein Ende setzten. Die an vielen Stellen noch deutlich sichtbaren Reste des rätischen Limes werden im Volksmund als „Teufelsmauer“ und „Pfahl“ bezeichnet.
 
LIMESTURM Limesturm mit Mauer Skizze
 

1892 hat der Apotheker Wilhelm Kohl aus Weißenburg als Streckenkommissar der Reichslimeskommission die römischen Grenzanlagen in diesem Abschnitt untersucht. Nach erkennbaren Spuren im Gelände konnte er u. a. auch eine große Anzahl von Wachtturmfundamenten freilegen. Der ursprüngliche Standort unseres Wachtpostens 2 – die Zählung beginnt mit dem ca. 700m südwestlich gelegenen Posten 1 – ließ sich allerdings nicht genau feststellen. Er muss aber in diesem Gelände gelegen haben, da auf der ca. 1370m langen Distanz zwischen den Wachtposten 1 und 3 mit einem Turm auf etwa halber Strecke unbedingt zu rechnen ist. Den exakten Verlauf des Limes gelang es an diese Stelle durch eine Stichgrabung im Jahr 1983 nachzuweisen, bei der Sandsteinbrocken des Mauerwerks gefunden wurden. Der nun wieder aufgebaute Turm steht somit zwar typusgerecht am Limes, jedoch nicht an der ursprünglichen Stelle, die sich aber nur wenige Meter westlich oder östlich befunden haben kann.

 
IMG 6130 800x600   Limesturm weiss
 Rekonstruktion Limesturm Mönchsroth  So ähnlich könnte er ausgesehen haben
 
Die Rekonstruktion des Steinturms hat man 1985/86 vorgenommen, wobei man sich in Grundriss und Abmessungen sowie in anderen Einzelheiten nach Grabungsbefunden benachbarter Wachtposten richtete. Auf eine vollständige Wiederherstellung wurde verzichtet, da das archäologisch dokumentierbare Aussehen der Türme sehr verschieden sein kann. Man beschränkte sich hier somit auf die Errichtung eines begehbaren Turmstumpfes mit anschließenden Mauerresten des Limes, der dem Betrachter von heute ein plastisches Bild des antiken Wehrbaus im Zustand des Verfalls vermitteln soll.
 
 Verlauf Limes 2 Abschnitt V3
 
Verlauf   des Limes in der Region um Mönchsroth
 
An mehreren Stellen in der Region Hesselberg lohnt es sich, den Limes aufzusuchen. Derzeit wird die römische Grenze mit ihren Kastellen zur archäologischen Erlebnismeile „Limesroute“ ausgebaut. Direkt am Ortsende von Mönchsroth (Richtung Wilburgstetten) führen Hinweisschilder zu dem 1986 teilrekonstruierten Limesturm. Zwischen Wilburgstetten und Weiltingen, in Nähe des Parkplatzes, ist der Limes im Wald besonders gut als Hügel erhalten. Von dort Richtung Wilburgstetten befindet sich ein Wachturm, dessen Fundament nach Ausgrabungen wieder aufgemauert wurde. Ab Weiltingen verläuft der Limes nordöstlich, vorbei am Kastell Ruffenhofen Richtung Dühren. Im Wald bei Dühren (Gde. Wittelshofen) liegt etwa 150 m nördlich des Parkplatzes der Straße von Grüb nach Ammelbruch ein etwa 1 m hoch wieder aufgemauerter Wachturm. Bereits vorher knickt der Limes in seinem Nord-Ost-Verlauf ab und läuft nach Osten. Durch den markanten Limesknick wurde der Hesselberg in das römische Gebiet einbezogen. Bei Dennenlohe (Gde. Unterschwaningen) wurde direkt am Dennenloher See ein Teilstück des Limes auf mehreren Metern in Originalhöhe und –breite rekonstruiert. Wenige Kilometer östlich davon verlässt der Limes die Region Hesselberg und verläuft durch Gunzenhausen, an Weißenburg vorbei weiter Richtung Eining, wo er auf die Donau trifft.
 
 
Zum Seitenanfang